Davíd, Bajo Boquete und der panamaische Disco Bus

Davíd, Bajo Boquete und der panamaische Disco Bus

Oh what a funny day! Wer Hunde nicht mag, sollte Boca Chica besser wirklich meiden. Oder Ohrstöpsel mitbringen. Der Ort wimmelt nur so von Hunden. Keine Streuner wie man sie aus Griechenland kennt. Hier sind es Haus- und Hof Hunde. Ich vermute, zur Bewachung der Gärten vor räuberischen Brüllaffen, die leckere Früchte klauen wollen. Eine fundierte Aussage kann ich an der Stelle nicht treffen. Wir kamen im Ort nicht mit Einheimischen ins Gespräch. Dazu reicht auch Google Translation nicht aus. 😉 Dafür entdeckten wir kurz vor unserer Abreise, wie Kokosnüsse innen aussehen, wenn sie zu keimen beginnen und lernten auch noch ein sehr sympathisches junges, amerikanisches Pärchen kennen, die in Panamá ein Eco-Projekt starten wollen. #cooleleute #coolekokosnuss

Nachdem wir unsere letzten Früchte verspeist und im Hotel ausgecheckt hatten, begann unsere Reise von Boca Chica nach Bajo Boquete – kurz: Boquete. Der Beginn war recht unspektakulär. Tanken, zwei Birnen für die Fahrt kaufen und das Übliche. Ich habe Musik gehört und Andreas hat nochmal in den einen oder anderen Vortrag der letzten Tage hineingehört. Nach etwas weniger als zwei Stunden erreichten wir dann Bajo Boquete. Die Region um den Bezirk Boquete ist nicht nur berühmt für den Volcán Barú, sondern auch für ihre zahlreichen Kaffeeplantagen. Also beschlossen wir als Erstes, einen Kaffee zu trinken. Das auserwählte Café unmittelbar neben der Tourist Information hatte allerdings nur Kaffee in Pappbechern. Mögen wir beide nicht wirklich. Deshalb keinen Kaffee, aber dafür hatte es eine andere Überraschung bereit. Ein paar Nasenbären tummelten sich auf der Wiese direkt neben dem Lokal. Ich geb’s offen zu: Ich bereue es gerade zutiefst, dass ich nicht die paar Meter zum Auto zurückgelaufen bin um die Kamera zu holen. Andererseits gibt’s so auch mal ein Video für euch. 😉 #eslebedasiphone

Danach fanden wir eine supernette Eisdiele (Gelateria La Ghiotta), die auch leckeren Café hatte. Wir gönnten uns dazu einen frischen Frucht-Smoothie, einen Café-Frappé und chillten ein wenig auf der Bank davor. So gut es zumindest ging. Boquete ist ein lautes Städtchen. Und seeeeehr touristisch. Das wussten wir bereits von Freunden und waren auch schon entsprechend darauf eingestellt. Anschließend gingen wir auf die Suche nach frischem Obst und Gemüse. Wir sind immer wieder aus Neue erstaunt, wie unpackbar viel Fast Food in allen Variationen in den Supermärkten erhältlich ist und wie wenig frisches Gemüse es dort teilweise zu kaufen gibt. Für 2 Kokosnüsse, Brokkoli, Tomaten, Gurke, Zwiebel, Eier, rote Rüben, eine Papaya und eine Ananas mussten wir zuerst 4 Supermärkte abklappern, bis wir schließlich fündig wurden. Und das in einem Land, in dem es so warm ist, das man tatsächlich alles an Obst und Gemüse anbauen kann. Ich begreife es bis heute nicht. #permakultur #woistdergemüsemarkt

Anschließend fuhren wir in unser AirBnB, um unser Gepäck abzuladen. Zuerst landeten wir bei den Nachbarn. Die nette Dame bekam fast in einen Herzinfarkt, weil sie dachte, sie hätte eine Buchung übersehen. Hoppla. Dann standen wir vor dem richtigen Haus und kurz darauf kam jemand vorbei und gab uns die Schlüssel. Wir hatten im Vorfeld schon tolle Fotos von dem Haus und der Aussicht gesehen, live übertraf der Ausblick dann alles. What a view! Auch wenn die Berge heute etwas wolkenverhangen und das Wetter unbeständig ist. Mein fotografisches Herz hat einmal mehr gejubelt. 

Danach ging’s nach Davíd zur Autorückgabe. Bei der Fahrt nach Boquete war ich schon sehr angetan von dem Leuchtturm, der da einsam am Straßenrand steht. Wieso steht hier ein Leuchtturm, wenn weit und breit kein Wasser ist? Bei der Rückfahrt nach Davíd legten wir dann einen Fotostop ein. Oh wenn da nicht diese Stromleitungen wären. Aber vielleicht machen auch die den Charme des Bildes aus und nicht nur die Wolken. 😉

In Davíd gab’s dann die nächste Überraschung. Eine mega Party im Zentrum der Stadt und eine großräumige Sperre. Heute ist nämlich sowas wie ein Bezirks-Feiertag zu Ehren, des heiligen Davíds. Hätten wir es nicht so eilig gehabt mit der Rückgabe des Autos, hätten wir vielleicht einen Stop eingelegt und uns das Spektakel genauer angesehen. Bei Nacht war es uns dann doch ein wenig zu unsicher. Was wir auf jeden Fall berichten können, ist, dass Pferde in Panamá sehr häufig sind und oft auch als Transportmittel genutzt werden. Zum Beispiel für die Polizei (die es nicht besonders gerne mag, wenn sie fotografiert wird).

Wir nahmen uns ein Taxi von der Mietwagenstation Sixt beim Flughafen zum Terminal De Buses. Die Dame bei der Mietwagenstation – sie sprach hervorragend Englisch – meinte, wir müssten mit $ 5-6 rechnen. Der erste Taxifahrer wollte zuerst wissen, wo wir hinmüssen. Andreas meinte bewusst Bajo Boquete. Daraufhin wollte er $ 30 gesamt. Das negierten wir. Für eine Frage zum Terminal De Buses wollte er $ 5 each person. Wir verhandelten. Er wollte dann $ 4 pro Person, woraufhin er plötzlich sehr aufbrausend und ungut wurde. Daraufhin lehnten wir komplett ab und fragten beim nächsten Taxi nach. Dieser Fahrer wirkte sehr freundlich und bot uns gleich $ 4 each person an. Damit waren wir einverstanden und stiegen ein. Der Fahrer war wirklich nett und kompetent. Er sprach gut Englisch, nahm die zügigste Route zum Busterminal und beantwortete auch viele Fragen. Wir erreichten den letzten Bus noch gerade rechtzeitig. Ja, ihr lest richtig, Busse fahren hier schonmal überpünktlich ab. Zumindest der Letzte am Tag. 😉

Hier erlebten wir noch ein Highlight: Disco Bus. Dass Schulbusse und auch Autos ziemlich aufgemotzt werden können und das scheinbar ohne jegliche Richtlinien einhalten zu müssen, haben wir schon mitbekommen. Dass dies auch für das Innenleben der öffentlichen Autobusse gilt, war eine sehr nette Überraschung. Ich hab euch an der Stelle ein Video dagelassen, damit ihr auch ein wenig mittanzen könnt. 😉
Die Fahrt von Davíd nach Bajo Boquete kostete mit dem Bus übrigens $ 1,75 each person und dauerte vielleicht 10 Minuten länger, als sie mit dem Taxi gedauert hätte.

In Boquete erwartete uns das letzte Abendteuer. Finde den Weg in der Dunkelheit zu deinem AirBnB. Die Abkürzung wohlgemerkt. Wir hatten nämlich keine Lust, den langen Weg auf den Berg hinaufzulaufen. Memo: Trampelpfade in Panamá bei MapsMe sind nicht Trampelpfade wie bei uns. Wir durften in der Dunkelheit durch den Dschungel den Berg hinauflaufen. Schlecht ausgerüstet noch dazu. Zumindest hatten wir beide kurze Hosen an und ich auch noch Converse. Okay, ganz so schlimm war es jetzt eh nicht, wie sich das vielleicht liest. Wir hatten zum Glück die Handytaschenlampe als Unterstützung und der Pfad war wirklich gut. Es war zwar ordentlich steil, aber wirklich gefürchtet haben wir uns nicht. Zumindest nicht ernsthaft. Wir haben beide die ganze Zeit Schwachsinn geredet und gesungen, um sämtliche Tiere und Menschen von uns abzuhalten 😉 Und der Pfad hat sich auch gelohnt. Nach 15 Minuten waren wir oben auf der Straße, die zu unserem Haus führt. Wären wir rundherum gegangen, hätten wir vermutlich die dreifache Zeit gebraucht.

Nun sind wir fix und alle und wollen nur noch ins Bett. Fürs Kochen und Beitrag schreiben bzw. Mail beantworten hat die Energie zum Glück noch gereicht. Das leckere Omelette, bestehend aus Gänseeiern und Hühnereiern, haben wir zusammen mit Gemüse und Salat auf der Terrasse verspeist. Bei Wind, Nebel und Dunkelheit. Der Ausblick auf die Stadt ist auch bei Nacht einfach toll. #abinsbett #fixundalle