Boquete, Panamá – The best coffee in the world

Boquete, Panamá – The best coffee in the world

The best coffee in the world. Den gibt’s in Boquete, Panamá. Davon durften wir uns heute im Zuge einer phänomenalen Tour durch eine der Kaffeeplantagen des Café Ruiz selbst überzeugen. Kaffeeplantage im herkömmlichen Sinne war es keine. Es war viel mehr ein zauberhafter Garten bzw. eine höchst gelungene Form von Permakultur.

Die Kaffeebäume werden hier bis zu 100 Jahre alt und werden alle 5 Jahre zurückgeschnitten, damit man die Bohnen noch leicht pflücken kann. Sie waren umringt von Bananenpalmen, Avocado-, Mango- und Orangenbäumen. Zwischendurch auch mal ein Limettenbaum, Blumen, Papayapalmen, Guavebäumen und noch ganz viel mehr konnten wir entdecken. Insekten essen hier lieber andere Pflanzen, als die für Farmer wertvollen Kaffeepflanzen. 😉 #winwinwin

Carlos, der unheimlich nett, humorvoll und sehr kompetent ist, war unser Guide. Er spricht perfekt Englisch und arbeitet seit mehr als 20 Jahren für das Café Ruiz. Zuerst bekamen wir einen sehr spannend gestalteten Vortrag über Kaffee und die Geschichte des Familienunternehmens, im mehr als 100 Jahre alten, sehr gut erhaltenen Haus des Herrn Ruiz, dem Gründer des Kaffeeunternehmen Ruiz. Dieser ist vergangenes Jahr im hohen Alter verstorben. Einer seiner Söhne lebt in Stuttgart (Hochland-Kaffee) und kümmert sich um den Export, weitere Familienmitglieder kümmern sich um das Unternehmen vor Ort. 

Nach dem Vortrag führte uns Carlos durch eine der Kaffeeplantagen. Diese hier umfasst alleine 4ha Organic Kaffee der Marke Jacob. Jede Farm eines Unternehmens wird als eigene Marke geführt. In Panamá sind alle Kaffeeproduzenten unabhängig, d.h. es ist kein monopolistischer Markt, wie es beispielsweise in Kolumbien der Fall ist. Hier gibt es viele Kaffeeplantagen, die z.B. nur 2ha umfassen. In der Region Boquete sind es alleine 40 verschiedene Kaffeeproduzenten. Das Besondere an dieser Region ist einerseits das Hochlandklima, andererseits der überaus fruchtbare Boden rund um den Volcán Barú. Die Erträge sind aufgrund der erstklassigen Qualität der Bohnen so hoch, dass sich selbst kleine Plantagen rechnen. Die Meisten sind immer noch Familienunternehmen.

In Boquete wachsen Geisha Bohnen, die eigentlich aus dem Mutterland Äthiopien stammen, dort vergleichsweise aber weniger Ertrag bringen. In Boquete gedeihen die Bäume durch das Hochlandklima wesentlich üppiger und erzielen derzeit am Weltmarkt Preise um die $ 100-200,- pro Kilogramm. Geisha Coffee gilt am Weltmarkt nebst Kopi Luwak als der beste Kaffee überhaupt. Er ist in Europa allerdings recht unbekannt, weil hier die Mehrheit der Menschen keinen teuren Kaffee kaufen und zudem eine starke Röstung gewohnt sind.

Wir haben die ungeröstete Geisha Bohne gekostet. Sie schmeckt süßlich, erinnert leicht an Orange und durch eine starke Röstung würde man genau dieses gehaltvolle Aroma zerstören. Der Geschmack des Kaffees dieser Bohne erinnert manch eine/n vielleicht sogar eher an Tee. Apropos Aroma. Je stärker die Röstung, desto weniger Gewicht, Koffein und andere wertvolle Inhaltsstoffe sind noch in der Bohne enthalten. Von daher empfiehlt es sich, einen Espresso lieber vor dem Schlafengehen zu trinken und einen Geisha Coffee mit leichter Röstung zum Aufwachen in der Früh. 😉 #raw #n(o)escafé

Panamá ist kein großer Kaffeeproduzent. Die Menge der produzierten Bohnen nimmt von Jahr zu Jahr ab. Einer der Hauptgründe ist, dass immer mehr Plantagenbesitzer ihre Farmen verkaufen, da die Immobiliennachfrage durch Fremde in der Region Boquete konstant steigt, seitdem Boquete einmal durch die Zeitschrift International Living gehyped wurde. 2ha sind um die $ 1,5-2 Millionen wert. Der Mindestlohn beträgt $ 1,85 pro Stunde für einen Arbeiter auf einer Kaffeefarm und $ 2,60 in Kaufhäusern. Ein Teilnehmer der Kaffeetour hat unseren Guide einmal gefragt, ob der Ort „se vende“ heißt, da hier so viele zu „zu verkaufen“ Schilder zu sehen sind. 😉

Apropos Marke. Wenn ihr das nächste Mal „Arabica“ auf einer Packung lest, ist damit die Kaffeebaumsorte gemeint. Geröstet wird im Café Ruiz nur in kleinsten Mengen. Quasi nur zum Verkauf an den Endkunden. Der Rest wird ungeröstet in alle Welt verschickt, d.h. die Käufer kaufen die getrockneten Kaffeebohnen und geben ihnen dann durch die Röstung ihre „eigene individuelle Note“. Zum Beispiel Illy.

Die Schalen der Hochlandbohnen enthalten übrigens viele Antioxidanzien, höher als bei Weintrauben und werden getrocknet als Tee verkauft. Die Bohnen werden alle per Hand gepflückt. #nachhaltig #wasbesonderes

Zum Abschluss gab’s noch ein Coffee tasting. Wir bekamen 3 unterschiedliche Röstungen von ein und derselben Sorte zum probieren. Natürlich pur. Light Roast, Medium Roast und Dark Roast sowie eine Kostprobe von dem oben genannten Tee. #teeistderneuekaffee #istkaffeenichteigentlichtee

Fazit: Panamá ist landschaftlich ein enorm schönes und vielseitiges Land, das zudem auch noch eine hervorragende Kaffeekultur zu bieten hat. Und Light Roast sowie Medium Roast schmecken uns z.B. zubereitet in der Chemex Kanne äußerst gut. #einmussfuerkaffeegeniesser #bestcoffeeintheworld #undwirdachtensoschmecktkaffee